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mittwoch/der 8./september
Permakultur Akademie
Permakultur Institut e.V.
Kreutzigerstr. 19
10247 Berlin
Tel: 030/89208488
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Was bringen wir der Zukunft?

Ein Bericht über die Jahrestagung 2008 des PK-Vereins von Ulrike Meißner
Vom 19. bis 21. September `08 fand in Bad Sachsa die Jahrestagung des Permakultur Institut e.V. statt und bot eine Mischung aus lockerem Treffen, Vorträgen, einem Wahrnehmungsritual und der Vereinsversammlung.

Nach einem lockeren Begrüßungsabend am Freitag wurde der Samstag durch ganz unterschiedliche Impulse „von Außen“ gefüllt.
Unter dem Titel „Sprouts Gardening oder: Die Kraft der jungen Triebe“ verbarg sich nicht etwa ein Vortrag über die Anzucht von Sprossen auf der Fensterbank. Stattdessen entwickelte sich unter der Leitung von Johannes Heimrath eine lebendige Auseinandersetzung über die Entwicklung der Menschheit und das was einE jedeR ganz persönlich dafür tun kann.
Wir, der durchschnittliche industriell zivilisierte Teil der Menschheit, haben kaum noch Ahnung von unseren Ahnen (Wer waren unsere Urgroßeltern?) und wir ahnen auch recht wenig von unserer nahen Zukunft. Sowohl Schamanen indigener Völker, als auch Zukunftsforscher unserer Zivilisation sehen den Wandel kommen. Und der sieht im ersten Anblick nicht sehr rosig aus, denn der Trend weist ins negative – Klimawandel, soziale Unfähigkeit, Bankenkriese, Wassermangel usw. Doch die Vergangenheit zeigte, dass nach jedem Tief ein Hoch folgt und es in unserer Hand liegt, wie tief wir als Menschheit gehen müssen, um wieder aufwärts zu kommen.
Der Trend ändert sich nicht durch Gegenmaßnahmen, sondern durch Innovation. Neue Ziele braucht die Menschheit und dabei ist jedeR einzelne gefragt. Es wird Zeit, dass wir von unserem Graswurzeldasein zu Gras werden. Nicht mehr im Verborgenen agieren, sondern raus ans Licht der Öffentlichkeit, ist die Devise. Wir sind die Heilkraft des Systems mit Mensch (und des Systems Mitmensch). Es bedarf Phantasie und Enthusiasmus um die Kraft zu entwickeln und davon Träumen zu können, wie es weiter gehen kann.

Jenseits von aller geistigen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung lud Nana Nauwald uns am Nachmittag ein, in einem aus schamanischen Praktiken entwickelten Ritual unsere Wahrnehmung zu üben und zu schärfen. Denn erst wenn wir sehen, was ist, können sich daraus Dinge entfalten. Sehen ist hier als Akt der bewussten Wahrnehmung zu verstehen, bei der der ständig aktive „Hamster“ in unserem Kopf mal Pause hat und wir uns verabreden: Jenseits von richtig oder falsch gibt es einen Ort, treffen wir uns dort.

Am Abend war dann Zeit für die wissenschaftliche Betrachtung unserer Situation. In seinem Vortrag „Prozesse des Globalen Wandels – Leben mit dem Globalen Wandel – Handeln!“ gab Hardy Schulz einen Überblick über den Wandel des menschlichen Weltbildes bis heute und zeigte die Auswirkungen unseres Handelns auf unseren Planeten sehr deutlich. Anhand der aktuellen Prognosen zu den Folgen der Klimaveränderung, durch damals-heute-Bilder von Gletschern und dem brasilianischen Regenwald sowie dem Blick auf die Lichtverschmutzung der Erde und die Landschaftszerstückelung durch Straßen in Mitteleuropa wurde noch einmal unterstrichen, wie wichtig neue Visionen sind.

Die Hauptrolle der gesamten Tagung spielten unsere Visionen von der Zukunft, und dies sollte auch bei der Vereinsversammlung am Sonntag so bleiben. Hier stellte eine Gruppe von Vereinsmitgliedern ihre Vision zur Weiterentwicklung und Weiterführung der deutschen Permakultur Akademie vor, die über die Nutzung des „Dragon Dreaming“ Prozesses mit John Croft erarbeitet wurde. Auch hier sollen neue Wege gegangen und alte hierarchische Strukturen durch ein neues, auf den ersten Blick chaotisches doch bei genauem Hinsehen lebensnaheres System ersetzt werden.

Dem damit eröffneten Entwicklungsprozess und allen Mittätigen wünsche ich gutes Gelingen und hoffe, dass einE jedeR von uns mutig daran geht, eigene lebensnahe Visionen für die Zukunft zu entwickeln und umzusetzen.