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mittwoch/der 8./september
Permakultur Akademie
Permakultur Institut e.V.
Kreutzigerstr. 19
10247 Berlin
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Zu Gast in den gASTWERKen – Wintertreffen 2010 (11.-14. Februar)

Drei Tage, 35 Menschen und ein schöner verschneiter Ort nahe am Kaufunger Wald bei Kassel gelegen, boten den Rahmen für das diesjährige Wintertreffen des Permakultur Institut e.V. Von Ulrike Meißner

Wir waren zu Gast auf dem Gelände der noch recht jungen gASTWERKe-Lebensgemeinschaft, wo bis vor wenigen Jahren eine Forstliche Versuchsanstalt des Landes Niedersachsen beheimatet war. Heute leben hier 25 Erwachsene und 9 Kinder in einer Gemeinschaft ohne kleinfamiliäre Strukturen und füllen die vorhandenen Gebäude und Gewächshäuser mit neuem Leben und neuen Nutzungen. So gibt es auf dem Gelände schon eine Bioland-Gärtnerei, die ihre Felder mit dem Einsatz von Pferdekraft bewirtschaftet, außerdem eine Töpferei, einen Hofladen mit Infocafé und einen langsam, mit dem baulichen Fortschritt an den Gebäuden, wachsenden Seminarbetrieb.

Schneespaziergang 

Unser Programm für diese drei Tage war gut gefüllt: Eine Geländeführung zeigte uns die Vielfalt des Geländes und führte uns unter anderem zu riesigen Gewächshäusern und einem jahrzehntealten Arboretum mit Bäumen aus aller Welt, das dazu einlädt es während der Vegetationsperiode erneut zu besuchen, um die Vielfalt an unbekannten Bäumen in voller Pracht zu bewundern.

Eine gut bestückte Saatgut-Tauschbörse versorgte uns mit neuen Sämereien, die nun den Frühling herbei sehnen lassen.

Es gab Zeit für Austausch über eigene Aktivitäten, Angebote und Gesuche in der Infobörse, das Tutorentraining für Tutoren der Akademie und größere und kleinere Runden zu verschiedenen Themen, die Teilnehmende mitbrachten.

Die Highlights des Treffens bildeten eine Zwischen- und drei Abschlusspräsentationen von Studenten der Permakultur Akademie.

Nico Stisser stellte in einer Zwischenpräsentation seine Erfahrungen mit der Gestaltung seines Wagenplatzes vor, berichtete über seine Pflanzung einer Obsthecke und die Auswirkungen hungriger Wildtiere wie Reh und Hase. Außerdem lud er uns in sein gerade entstehendes Café (mit Kompostklo!) „Mimmis - Gasthaus zum letzten Stündchen" als Teil eines Kulturprojekts im ehemaligen Güterbahnhof von Osnabrück ein.

Die Verbindung von Kunst, Gärtnern und Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit zog sich durch den Lernweg von Ute Solf, den sie uns in ihrer Abschlusspräsentation darstellte. Sie verfolgte Projekte wie die Gestaltung des eigenen Gartens und die Gartengestaltung für Freunde ebenso wie die dauerhafte künstlerische Geländegestaltung mit einem Feuerplatz im öffentlichen Raum. Hier konnte mit der Beteiligung von Schülern des Ortes gearbeitet werden. Die Arbeit mit Schülern soll auch ein Teil ihrer zukünftigen „Naturschule" werden.

Der Lernweg von Johanna Häger gipfelte in der Permakulturgestaltung für den eigenen neu erworbenen Hof in der Uckermark. Diese Arbeit, die auch die Abschlussarbeit für ihr Diplom im Landschaftsarchitektur-Studium bildete, stellte sie uns in ihrer Abschlusspräsentation vor. Unter dem Motto „Klima wandeln" schafft sie durch Geländemodellierung und Bepflanzung auf ihrem Hofgelände Kleinklimatische Zonen, die durch das Wandeln und Spazieren über einen Pfad erlebbar werden. Wenn in Zukunft vielleicht „Zelte und Gemüse in Mischkultur" stehen, ist der Erlebnis-Urlaub auch für Menschen möglich, die sich fragen, wie ein Tag aussähe, an dem sie mehr CO2 speichern als produzieren würden.

Johanna, Karsten, Ute

In der dritten Abschlusspräsentation des Wochenendes stellte uns Karsten Winnemuth seine vielfältigen Initiativen in Kassel vor. Raum für künstlerisches Tun auf unkommerzieller Basis bietet das von ihm über viele Jahre hin belebte „TRA.FO" - Haus am Lutherplatz. Hier wird mit dem Experimentiergarten „plan t" die Verbindung von Kunst zur Natur und zum Gärtnern geschaffen. Auf dieser Versuchsfläche wurden zukunftsträchtige Nutzpflanzen eigebracht und Karsten testet, wie sie mit minimalem Eingriff wachsen. Mit TRA.FO und plan t sind Räume geschaffen, die auch Platz für Information und Bildung bieten. Dies hat zur Folge, dass eine Subkultur sich zur Schubkultur entwickelt und noch größere Veränderungen im städtischen Umfeld anschiebt. Das tut die Weiterentwicklung der Initiative, der 2009 gegründete Verein „Essbare Stadt Kassel" jetzt und hat beispielsweise die Anreicherung des städtischen Raumes mit Obstgehölzen zum Ziel.

Nach all den Informationen und Präsentationen war am Samstagabend Feiern angesagt. FreeFlowMusik, die frei im Zusammenspiel improvisiert wird,  gab es live von „Strom" aus Kassel. Später lud auch Musik aus der Konserve zum Tanzen ein und nach einem ruhigen Sonntagvormittag traten alle wieder den Heimweg an.

Danke an Moni Frank und Tina Buschmann für die Organisation des Treffens!  

Gruppenfoto